Joachim Vogl

Joachim Vogl verabschiedet sich

als Deutscher Meister vom Schießsport

05.09.2012, Etterschlag/Hochbrück: Deutsche Meisterschaft Armbrust 10 m

Der mehrfache Armbrust-Welt- und Europameister Joachim Vogl aus Etterschlag beendet seine Karriere nach knapp 20 Jahren Leistungssport als Deutscher Meister 2012 mit der 10-Meter-Armbrust.

Joachim Vogl hat es tatsächlich noch einmal geschafft – bei seiner letzten Deutschen Meisterschaft auf der Olympia-Schießanlage in München/Hochbrück gewinnt der mittlerweile 38-jährige Sportschütze mit dem „Bund“ München die Deutsche Meisterschaft 2012 mit der 10-Meter-Armbrust – „ein Happy End“, wie Vogl seinen insgesamt 13. Mannschaftstitel für den „Bund“ in dieser Disziplin kommentiert. 

Auch wenn der frischgebackene Deutsche Meister das Karriereende über seinen Blog bereits angekündigt hatte, kam dieses für viele doch recht überraschend. Vogl dazu: „Schon in jungen Jahren war klar, dass ich spätestens mit 40 keinen Leistungssport mehr betreiben würde. Aber der Hauptgrund, warum ich jetzt aufhöre, Meisterschaften zu schießen, sind die zunehmenden Rückenschmerzen im unteren Lendenwirbelbereich. Ich habe meinem Kreuz all die Jahre über einfach zu viel abverlangt“.

Vogls größte sportliche Erfolge waren die drei WM-Titel, die er bei den Armbrust-Weltmeisterschaft 1999 in St. Veit an der Glan in Österreich und 2008 in Sulgen in der Schweiz mit der 10-Meter-Armbrust erzielte (zweimal Gold in der Mannschaftswertung und einmal Silber in der Einzelwertung). 

Darüber hinaus gewann der beruflich stark eingespannte Fachredakteur auch viele Deutsche Meisterschaften mit dem Luftgewehr, dem Kleinkaliber und der 30-Meter Armbrust. Besonders stolz ist der Etterschlager, der seit 1994 ausschließlich für den „Bund“ München an den Start ging, aber darauf, dass er mit der 10-Meter-Armbrust 2004, 2005, 2006 und 2007 Deutscher Meister in der Einzelwertung wurde – 2006 sogar mit Deutschem Rekord von 397 Ringe, der bis heute Bestand hat. 

„Letztlich habe ich deutlich mehr erreicht, als ich mir jemals erträumt hätte“, sagt der Rekordhalter rückblickend. „Mein Ziel war immer, einmal zu den Besten Deutschlands zu gehören. Dass ich mit der 10-Meter-Armbrust aber über Jahre hinweg national dominieren und auch international große Erfolge feiern durfte, damit hätte ich nicht gerechnet“, gibt sich Vogl zufrieden. 

Doch jetzt ist Schluss mit Leistungssport, denn der Vater von zwei Kindern (zwei und vier Jahre alt) hat noch viele Ziele, über die er aber nicht berichten möchte, „denn schließlich gibt es nach dem Sport, bei dem ich immer irgendwie im Rampenlicht gestanden habe, auch noch ein Privatleben.“ Fakt ist, dass Vogl nicht nur, aber vor allem wegen seinem letzten Erfolg immer als Siegertyp in Erinnerung bleiben wird. Weitere Informationen über Joachim Vogl sind auf seiner Website unter www.joachim-vogl.de sowie auf Wikipedia zu finden. 

Joachim Vogl begann 1985 im Alter von zwölf Jahren bei seinem Heimatverein, der Schützengesellschaft „Eintracht“ Etterschlag, mit dem Luftgewehrschießen. Mit 20 Jahren wechselte er zur Kgl. priv. FSG „Der Bund“ München. Mit verantwortlich für diesen Wechsel war der bislang erfolgreichste deutsche Luftgewehr-Schütze Johann Riederer (zweifache Doppelweltmeister und zweifache Bronze-Medaillengewinner der Olympischen Spiele von Seoul 1988 und Barcelona 1992), von dessen Erfahrungen Vogl lernte. 

Kurze Zeit später nahm Joachim Vogl einen festen Platz im Bayernkader ein und nutzte diesen als Sprungbrett in die Nationalmannschaft, der er von 1996 bis zu seinem Karriereende 2012 angehörte. Darüber hinaus schoss Vogl seit Anbeginn der Luftgewehr-Bundesliga (1997) für den "Bund" München und wurde 2000, 2001 sowie 2011 Deutscher Meister.